Gießener Tag für gesunde Ernährung und Bewegung statt Veggieday

Samstag, 17.August 2013 von

Ökologie

“Wir fordern einen Gießener Tag für gesunde Ernährung und Bewegung. Einmal je Halbjahr soll in Kindertagesstätten gemeinsam mit Eltern und Erzieherinnen und Erziehern und Kindern gemeinsam gekocht werden. Wir setzen auf die Vermittlung von Wissen über gesunde Ernährung schon im Kindesalter statt auf Bevormundung in Cafeterien”, erklärte Daniel Guterding, Sprecher der Jusos im Unterbezirk Gießen anlässlich der aktuellen öffentlichen Debatte über die Einführung eines Veggiedays in öffentlichen Cafeterien.

Niemand bestreite, dass sich viele Kinder mangelhaft ernährten und durch agrarindustrielle Fleischproduktion die Umwelt geschädigt und Ressourcen vergeudet werden. “Es ist aber befremdlich, wenn sich der Staat aus immer mehr Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge zurück zieht, die der einzelne nicht für sich regeln kann, und dann aber die private Gestaltung von Malzeiten regulieren will, die jeder besser selbst in die Hand nimmt”, kritisierte Guterding.

Deswegen setze der Juso-Vorschlag auf Bildungsarbeit. Durch das gemeinsame Kochen mit einfachen, variationsreichen und auf die kulturelle Vielfalt in den Einrichtungen zugeschnittenen Rezepten und die Verwendung regionaler Produkte sollen Kinder frühzeitig zu ausgewogener Ernährung animiert und gleichzeitig niedrigschwellig für nachhaltige Lebensmittelproduktion sensibilisiert werden. “Die Kartoffel muss nicht durch den halben Kontinent, wenn sie auch in der Nachbarschaft angebaut wird. Diese Fragen können aber besser beantwortet werden, wenn mit Kindern gemeinsam der Wochenmarkt besucht wird und anschließend aus dem Gekauften ein leckerer Kartoffelpuffer entsteht”, ergänzte Anna Hoffmann, Referentin für politische Bildung im Juso-Vorstand.

Die Veggieday-Kampagne bleibe letztlich eine heiß diskutierte PR-Aktion. “Für einen Mentalitätswandel hin zu gesunder und ressourcenschonender Lebensführung braucht es Überzeugungsarbeit, die nicht durch eine hoheitliche Gestaltung von Speisekarten erreicht wird”, so Kaweh Mansoori, Co-Referent für politische Bildung. Nur durch ein Umdenken in den Köpfen könne auch den viel gewichtigeren Problemen von Fettleibigkeit, übermäßigen Fastfoodkonsum und Bewegungsmangel begegnet werden. Deswegen verdienten auch die vielen Kooperationen von Sportvereinen und Kindertageseinrichtungen Unterstützung.

“Anders als bevormundende Ansätze wie der Veggieday wollen wir, dass bereits im Kindesalter Kenntnise über Lebensmittel und Zubereitung, Sportangebote und theoretisches Grundwissen über die Wirkung von schlechter Ernährung und Bewegungsmangel vermittelt werden. Entscheidend ist, dass jedes Kind in Gießen weiß wie eine Zucchini schmeckt und aussieht und nicht, dass Donnerstags im Kollektiv Zwiebelsuppe gegessen wird”, so die Vorstandsmitglieder abschließend.

 

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