Für eine solidarische Gesellschaft Gießener — Jusos verurteilen fremdenfeindliche Schmierereien

Anlässlich der Situation in den Flüchtlingsunterkünften in der Stadt Gießen, erklärt der Sprecher der Gießener Jusos, Kamyar Mansoori: „Es gibt ein wahrnehmbares Bedürfnis der Menschen zu helfen.“ Das zeige sich immer wieder, wenn auch nicht immer öffentlichkeitswirksam, in angebotenen Deutschkursen, in der Bereitschaft Lebensmittel zur Verfügung zu stellen, Einkäufe zu erledigen und ähnlichem. „Wenn etwa 5 % der Bevölkerung aus Flüchtlingen ohne geklärten Aufenthaltstitel besteht, kann die Lage hier und da mal angespannt sein, die Grundtendenz scheint allerdings positiv.“ Aufkommende fremdenfeindliche Tendenzen betrachten die Jusos dennoch mit Sorge: „Im Internet finden sich zunehmend aufhetzende Positionen und Lügen über das Leben im und um die Flüchtlingsunterkünfte“, so Clara Veit, Sprecherin der Jusos. Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft sei es, weiter gemeinsam dafür einzutreten, dass solche Positionen nicht salonfähig werden.

Die Schmierereien, die in den letzten Tagen und Wochen zunehmend an verschiedenen Orten in Gießen, darunter an Schulen und an der Uni, auftauchten, verurteilt auch Florian Stenzel, Sprecher der Juso Hochschulgruppe: „Rechte Idioten versuchen mit braunen Parolen in der Öffentlichkeit die Gesellschaft zu spalten. Mit Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern hat dieser Unsinn ebenso wenig zu tun wie mit der Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen.“ Diese verließen ihre Familie, seien teilweise Jahrzehnte lang auf der Flucht und riskieren dabei täglich ihr Leben. „Wie man behaupten kann, dass jemand sowas auf sich nimmt, um ein paar Euro mehr in der Tasche zu haben, bleibt unverständlich. Das ist entweder eine dreiste Lüge oder unglaubliche Dummheit“, so Stenzel weiter. Die Geschichte habe gezeigt, wozu solche Hetze führen kann.

Dabei ginge diese Hetze an dem eigentlichen Problem vorbei. „Es gibt Menschen, die die Gesellschaft vergessen hat und zurück lässt. Diese Perspektivlosigkeit hat allerdings nichts mit Flüchtlingen zu tun, sie ist das Problem von steigender sozialer Ungleichheit in dieser Gesellschaft“, erklärt Mansoori. „Diese soziale Schieflage müsse die Politik aktiv bekämpfen. Diese Probleme aber auf Flüchtlinge zurück zu führen, die aufgrund ihrer politischen oder religiösen Weltanschauung oder aber auch aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden und fliehen, ist schlicht falsch“, ergänzt Veit.

„Fremdenfeindlichkeit hat in Gießen keinen Platz. Die Stadt ist bunt, bleibt bunt und das ist auch gut so!“, so Mansoori abschließend.

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